Ein Stück vom Offshore-Kuchen

Die Wertschöpfungskette Offshore-Windenergie bietet viele Möglichkeiten – auch für die Wesermarsch, denn die liegt in der Offshore- Kernregion. „Offshore – das ist ein relativ neues Thema in der Wesermarsch“, sagte Kay Pakula von der Wirtschaftsförderung Wesermarsch. Wie groß das Interesse der Unternehmer in der Region an diesem Thema ist, zeigte sich an der Besucherzahl. Zur ersten Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Titel „Wesermarsch goes Offshore“ konnte Kay Pakula mehr als 150 Gäste begrüßen: „Das ist überwältigend“.

Der steigende Energiebedarf, der Wandel des Klimas, die knapper werdenden Bestände fossiler Ressourcen und nicht zuletzt die hohe wirtschaftliche Attraktivität führen zum Boom der Offshore-Windindustrie. Auf hoher See weht der Wind stetiger und stärker als an Land. Mit der Weiterentwicklung der Windenergie-Technologie, die sich an Land mittlerweile als sehr zuverlässig und kostengünstig erwiesen hat, lassen sich diese Potenziale erschließen. Und dazu trägt auch die deutsche Politik bei: Es ist geplant, bis 2020 im Meer 30 000 Windenergieanlagen zu errichten.

Darüber, was am Maritimen Sicherheits- und Trainingszentrum, das derzeit auf dem Campus gebaut wird und am 30. Mai eröffnet werden soll, alles möglich ist, berichteten Anja Ahlers, Projektkoordinatorin beim Maritimen Kompetenzzentrum, Artur Post, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen in der Wesermarsch, und Klaus Jürgen Müller, der Leiter der Beluga Offshore Training Academy, die das Zentrum betreiben wird. Ronny Meyer, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) gab einen Überblick über die Möglichkeiten der Offshore- Windenergie.
Von Montage bis Wartung

„Offshore ist ein anderer Tätigkeitsbereich“, berichtete Ronny Meyer. Während man Onshore- Anlagen mal schnell mit dem Transporter anfahren könne, benötige man für Offshore ein Schiff. Offshore biete aber viele Möglichkeiten. Einige davon seien Komponentenfertigung, Logistik, Programmierung, Finanzierung oder Ausbildung. Die WAB erwartet bis 2020 in Europa eine Offshore-Windleistung von rund 41 Gigawatt. Doch wie bekommen die Unternehmen in der Region von diesem Kuchen ein Stück ab? „Einbringen kann man sich bei der Herstellung der Komponenten, bei Montage, Service und Wartung sowie bei der Installation im Meer“, sagte Ronny Meier. „Leute, die das können, fehlen am Markt.“

Um für Offshore tätig zu sein, sind bestimmte Qualifikationen nötig. „Die können bei uns erworben werden“, sagte Anja Ahlers vom Maritimen Kompetenzzentrum. Es biete maßgeschneiderte Qualifizierung für die Unternehmen. „Wir müssen den jungen Leuten in der Wesermarsch sagen: Hier öffnet sich ein neuer Markt“, sagte Artur Post, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen. Damit im Jahr 2020 kein Fachkräftemangel herrsche, müsse jetzt etwas getan werden. Mit der einjährigen Berufsfachschule Metall-Elektrotechnik für Realschulabsolventen mit dem Schwerpunkt Mechatronik/On- und Offshoretechnik sollen die Chancen technisch interessierter junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz verbessert werden.

Gesucht werden dafür 26 junge Leute mit Realschulabschluss und Interesse an einer Berufsausbildung im Bereich On- und Offshoretechnik. Auch werden Ausbildungsbetriebe mit Entwicklungsinteressen in diesem Bereich gesucht, die gegebenenfalls Vorverträge mit erfolgsversprechenden Anwärtern auf einen Ausbildungsplatz schließen.



eingepflegt am: 20.09.2011