Ein Tsunami auf Knopfdruck

Elsfleth - Der maritime Campus ist um eine Attraktion reicher: Im Manöverbecken des Fachbereichs Seefahrt an der Weserstraße wurde am Dienstag eine Wellenmaschine in Betrieb genommen. Schüler des Maritimen Kompetenzzentrums (Marikom) der Berufsbildenden Schulen Wesermarsch und Studierende haben die Konstruktion entworfen und gebaut. „Wir sind stolz auf diese Konstruktion“, lobte der Leiter des Manöverbeckens, Dieter Birnschein, die Zusammenarbeit von Auszubildenden und Studenten. Die Wellenmaschine erzeugt in dem 24 Meter langen Becken Wellen auf Knopfdruck – sogar kleine Tsunamis, also Monsterwellen, können erzeugt werden. „Wir können Wellengänge vor Borkum simulieren, genauso wie Monsterwellen“, sagt der Ingenieur. Bei der Einweihung der Wellenmaschine in Gegenwart von Mitarbeitern und Schülern der BBS, Studierenden, Dozenten und Vertretern der Freunde der Seefahrtsschule, betonte Birnschein den Ehrgeiz der Schüler und Studenten. „Es gab einen zügellosen Drang bei der Arbeit. Die Schüler sind mit Schuhen ins Wasser gesprungen, wenn es sein musste.“ Ohne die Kooperation mit dem Marikom, so der Ingenieur, würde es heute keine Wellenmaschine geben. Dann führte er dem erstaunten Publikum die Anlage im laufenden Betrieb vor.

„Abgesehen von Regen und Nebel können wir hier jetzt alles erzeugen“, so der Diplom-Ingenieur. Neben Wellen können auch Wind und Strömungen erzeugt werden. „Das Manöverbecken ist von einem Trainingsgerät zu einem Forschungsinstrument geworden“, so der Leiter der Anlage. BBS-Lehrer Patrick Zerhusen hatte das Projekt betreut. „Das eigenständige Lernen stand im Vordergrund“, sagte er.

2001 war das Manöverbecken nach fast 50 Jahren im Dienst stillgelegt worden. Der Schiffsführungssimulator an der Kaje löste es ab. Dekan Prof. Dr. Klaus-Jürgen Windeck stellte das Becken vor zwei Jahren in Dienst. Die Studierenden sollen künftig hier auch ihre Bachelor- und Masterarbeiten schreiben können.


eingepflegt am: 21.03.2012